Ein “Römer” in der 4.Klasse
„Römer“ zu Besuch in den 4. Klassen
Am ersten Schultag nach den Osterferien besuchte Herr Weber als Römer verkleidet die Klassen 4 b und 4c unserer Grundschule.
Herr Weber gehört zur Gruppe „Pedites Singulares“ aus Dasing im Landkreis Aichach-Friedberg. „Pedites Singulares“, so hießen früher verdiente Fußsoldaten.
Das Staunen war groß, als der „Römer“ unser Klassenzimmer der 4c betrat. Wir Kinder saßen in einem großen U und bestaunten erst mal „unseren Römer“ von Kopf bis Fuß.
Nach einer lateinischen Begrüßung, die wir ebenso auf Latein erwiderten (das hatte uns Frau Kopp-Sesar gelernt und wir begrüßen uns so seit Wochen), erklärte Herr Weber uns die verschiedenen Bestandteile seiner Ausrüstung aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. So erfuhren wir, dass er bei jedem Wetter ein Halstuch trägt, weil das Kettenhemd sonst am Hals scheuern würde. Sein Mantel aus gewalkter Wolle hält dem Regen drei Stunden lang stand und Laura durfte ihn anziehen. Normalerweise gehörten zur Römerkluft offene Sandalen ohne Socken. Das war aber nur im Mittelmeerraum praktisch. Doch bei uns war es viel kälter. Und offene Sandalen im Schnee? Das wäre nichts gewesen. Also schauten die Römer, wie sich die einheimischen Kelten vor der Kälte schützten. Die trugen Socken und geschlossene Schuhe. Das fanden die Römer gut und zogen schon bald auch geschlossene Schuhe und Socken an.
Zum Schutz gegen Feinde hatte Herr Weber ein Kettenhemd an, welches aus 30.000 Ringen bestand. Der Schild in einer Lederhülle wog alleine 4,5 kg und war bemalt mit griechischen Figuren. Zum Angriff gehörten ein römisches Schwert, welches nur als Hieb- oder Stichwaffe benutzt wurde. Die Klinge war aus Stahl und der Griff aus Rinderknochen. Ebenso zeigte uns der Römer einen Dolch und drei Speere.
Zum Marschgepäck gehörte eine praktische Tragestange (mit der der Soldat auch freihändig laufen konnte), ein Mantelsack, Netz für Brot und Früchte, eine Flasche mit Essigwasser (Essig wirkte desinfizierend), die Essensration für drei Tage, ein Kochtopf und eine Ledertasche mit Stein und Schlageisen zum Feuer machen (bei gutem Wetter dauerte es etwa 30 Minuten, bei Regen konnte es bis zu zwei Stunden dauern), sowie einem Kamm und römisches Geld.
Leider gingen die zwei Unterrichtsstunden viel zu schnell vorbei. Wir hätten noch viele Fragen gehabt und haben über das Unterrichtsende hinaus, den Römer begutachtet und befragt. Herr Weber war von unserem Wissen begeistert und versicherte uns, dass er sehr gerne mit solch engagierten Kindern in der Schule arbeitet.
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